AGENDA 2030 und die SDGs - Nachhaltigkeit nur auf dem Papier?

Aktualisiert: 6. März 2021

Die Agenda 2030 - die Leitlinie für eine nachhaltige Entwicklung auf wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Ebene - historischer Paukenschlag oder reines Lippenbekenntnis?

Nach dreijährigen Verhandlungen einigten sich die Staatengemeinschaft der UN auf die Agenda 2030, als Nachfolger der Millennium Development Goals (MDGs). Unter der Resolution “Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ wurde sie am 25. September 2015 von den 193 Mitgliedstaaten der UNO, beim UN-Gipfel in New York (UN Sustainable Development Summit), beschlossen:

„Wir sehen eine Welt vor uns, die frei von Armut, Hunger, Krankheit und Not ist und in der alles Leben gedeihen kann. Wir verpflichten uns, uns unermüdlich für die volle Umsetzung dieser Agenda bin im Jahr 2030 einzusetzen. Die heute verkündete Agenda für das globale Handeln in den nächsten 15 Jahren ist eine Charta für die Menschen und den Planeten im 21. Jahrhundert“.

Für die Agenda 2030 wurden die Millennium Development Goals (MDGs), welche von 2000 bis 2015 gültig waren, als Sustainable Development Goals (SDGs) neu formuliert und mit den Ergebnissen der Rio+20 UN-Konferenz ergänzt. Weil die Ziele weltweite Gültigkeit haben und als unteilbar angesehen werden, gilt die Agenda als umfassender Masterplan und globaler Zukunftsvertrag, welcher die Staaten sowie die UN-Institutionen auch als Handlungsleitfaden in allen Bereich unterstützen soll. Die Agenda 2030 basiert auf dem Ansatz des „Leave no one behind“, was bedeutet, dass niemand zurückgelassen werden soll. Es werden außerdem erstmals alle drei Dimensionen, die ökologische, die ökonomische sowie die soziale, der nachhaltigen Entwicklung berücksichtigt. Damit wird ein neuer, universeller Standard gesetzt, welcher weit über Umwelt- und Entwicklungsthemen hinausgeht.



GRUNDLEGENDE TRANSFORMATION ODER KONVENTIONELLES MODELL?


Die SDGs greifen weiter und sind genauer ausformuliert als ihre Vorläufer, die MDGs. Sie betreffen nicht mehr nur die Länder des globalen Südens, sondern gelten für alle Länder gleichermaßen und es wird auf eine Vielzahl von Entwicklungsanliegen und Personengruppen eingegangen. Trotz der Weiterentwicklung, kann kritisiert werden, dass die Agenda systematische Ursachen nicht beleuchtet und vorherrschende, konventionelle Modelle weiter fördert. Es stellt sich also die Frage, inwiefern sie zu einer grundlegenden Transformation beitragen kann.


Es bleibt abzuwarten, ob die SDGs erfüllen können, was von ihnen erwartet wird. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass sie lediglich zu Papier gebrachte Ziele sind und wir als Gesellschaft für ihre Umsetzung verantwortlich sind. Es liegt an uns allen, das Beste aus der Agenda herauszuholen und unsere Welt lebenswert und zukunftsfit zu gestalten.


Quellen und Bildverweise: https://www.sdgwatch.at/de/